[ 10. Februar 2021 ]

Viel mehr als ein großes Fest

„Natürlich ist der Hessentag ein phantastisches Fest, das wir gerne feiern wollen. Aber er ist viel, viel mehr als nur ein Fest“, sagt Haigers Bürgermeister Mario Schramm. Ein Jahr vor dem großen Landesfest, das im Juni 2022 gefeiert werden soll, ist es dem Rathaus-Chef ein Anliegen, der Bevölkerung die vielen positiven Aspekte dieser Großveranstaltung deutlich zu machen. „Der Hessentag bringt uns als Stadt weit nach vorne“, ist Schramm überzeugt.

Keine Frage: Der Hessentag steht für viele tausend Gäste, Konzerte, eine Hessentagsstraße mit unzähligen Ständen und einen Festzug mit rund 200 Beiträgen. Zehn Tage „Rambazamba“ mit vielen Höhepunkten. „All das stimmt, aber der Hessentag bedeutet für uns deutlich mehr – und zwar indem Haiger den Status als Hessentagsstadt hat und auch behält“, erklärt Schramm. Er sieht im Vordergrund weniger die zehntägige Fete, sondern vielmehr die Option, „Haiger mit Investitionen und wichtigen Infrastrukturprojekten ganz weit nach vorne zu bringen“.

„Ganz oft rutschen wir allein durch unseren Status als Hessentagsstadt in der Prioritätenliste ganz weit nach oben“

„Wenn es um die Frage geht, was uns der Hessentag bringt, dann kann ich heute schon sagen: Ganz viel!“, erklärt der Rathaus-Chef. Nahezu täglich gebe es Situationen im Kontakt mit der Landesregierung in Wiesbaden, in denen sich der Status als Hessentagsstadt positiv auswirke. „Ganz oft rutschen wir allein durch unseren Status als Hessentagsstadt in der Prioritätenliste,

was Fördergelder angeht, ganz weit nach oben“, freut sich der Bürgermeister. Das beste Beispiel dafür seien die Beschaffung von Feuerwehr-Fahrzeugen, der Bau von Feuerwehrhäusern, die Ausstattung der Stadtbücherei und des Heimatmuseums, aber auch die grundhafte Sanierung der Landesstraße 3044 im Dill- und Roßbachtal und der Kreisverkehrsplatz auf der Kalteiche. Aber es gibt weitere positive Beispiele: . „Seit 15 Jahren kämpfen wir dafür, dass der Haigerer Bahnhof barrierefrei umgebaut wird“, berichtet Bürgermeister Mario Schramm: „Aber erst jetzt, seit wir Hessentagsstadt sind, hat der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Rhein-Main (RMV) beschlossen, Haiger in die Rahmenvereinbarung ‚Hessen II‘ aufzunehmen.“ Das bedeutet, der Bahnhof wird, wenn die Planung abgeschlossen ist, nach dem Hessentag saniert, erhält zwei Aufzüge, neue Unterführungen und wird komplett behindertengerecht ausgebaut. An diesem Thema arbeite die Stadt weiterhin sehr intensiv, verspricht der Rathaus-Chef.

In Rekordzeit wurde die Stadt Haiger im vergangenen Jahr in das Bundes- und Landesprogramm „Lebendige Zentren“ aufgenommen, das für die nächsten zehn bis 15 Jahre enorme Zuschüsse für städtische und private Projekte verspricht. „Das wird uns massiv nach vorne bringen“, ist Schramm überzeugt. Erstes Projekt ist das Fassadensanierungsprogramm, das die Stadt vor wenigen Wochen auf den Weg gebracht hat. Anders als ursprünglich von „Lebendige Zentren“ vorgesehen, wird das Programm nicht nur für ein spezielles Projektgebiet in der Kernstadt gelten, sondern für alle Stadtteile. Das hat das Stadtparlament beschlossen. „Dieses Konzept hat phantastisch eingeschlagen. Wir haben bereits über 80 Anfragen“, freut sich Bürgermeister Schramm. „Lebendige Zentren“ bedeutet ungeahnte Möglichkeiten. Auf Sicht werden unterschiedliche Projekte – wie zum Beispiel die Sanierung des Stadthauses Ehe, der Umzug der Stadtbücherei, das neue Jugendzentrum oder der Umbau des Karl-Löber-Platzes – durch den Bund und das Land Hessen mit hohen Zuschüssen gefördert. Das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK), wie das Förderprogramm offiziell heißt, werde ganz maßgeblich zur positiven Entwicklung der Stadt beitragen. „Es ist – neben dem Hessentag, der uns viele Türen öffnet – ein zweiter Zukunfts-Motor“, ist Schramm überzeugt.

Wenige Tage vor Weihnachten wurde die Landesstraße 3442 zwischen Offdilln und Dillbrecht wieder für den Verkehr frei gegeben. Seit Juli war die Straße runderneuert worden. Ebenfalls grunderneuert wurde die Landesstraße 3044 in weiten Teilen zwischen Rodenbach und Weidelbach. „Diese Arbeiten waren eigentlich für 2022 oder 2023 vorgesehen“, erinnert sich Mario Schramm an ein Gespräch mit Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir: „Als der Minister erfuhr, dass wir den Hessentag bekommen, wurden die Maßnahmen vorgezogen.“.

Ähnlich lief es auf der Kalteiche, wo sich die Stadt seit Jahren einen Kreisel am Eingang zum Industrie- und Gewerbegebiet wünschte. Es gab in diesem Bereich zahlreiche Unfälle. Ein Kreisverkehr wurde aber erst umgesetzt, als der Hessentag Realität wurde. Mittlerweile ist er längst fertig, ein weiterer provisorischer Kreisverkehr an der Einfahrt zum Autohof könnte ebenfalls noch in diesem Jahr in einen Permanentkreisel umgebaut werden. Auch hier wünscht sich „HessenMobil“ die Beteiligung der Stadt. Wenn diese sich um die Planung und Umsetzung kümmert (wie nebenan an der Kalteiche geschehen), dann zahlt das Land den Kreisverkehr.

Auch die Erschließung der Langenaubacher Blockhütte, die im vergangenen Jahr mit Wasser versorgt wurde, lief deutlich schneller und reibungsloser ab, als das in früheren Jahren der Fall gewesen wäre. Das gleiche gilt für die Festplätze in Flammersbach und Offdilln. Die Genehmigungsverfahren seien äußerst schnell abgearbeitet worden. Der Festplatz für den Stadtteil Steinbach sei derzeit in Bearbeitung.

Auch der Bürgerbus wurde in Rekordzeit umgesetzt. Er ist mittlerweile in Haiger angekommen, wird aber erst in der Nach-Corona-Zeit starten. „Wir haben einfach einen direkten Draht nach Wiesbaden“, fasst der Bürgermeister zusammen. „So etwas ist mit Geld nicht zu bezahlen.“ Die Stadt profitiere in vielfacher Hinsicht von ihrem Status als Hessentagsstadt.

„Unser Ziel ist es, dass der Hessentag in Haiger zur Herzensangelegenheit unserer Bürger wird“

Bei aller Freude über die infrastrukturellen Vorteile freut sich Schramm auch auf das Fest selbst. „2020 war Corona, 2021 wird geimpft – und 2022 wird in Haiger kräftig gefeiert“, verspricht der Bürgermeister. Veranstaltungen wie dem Hessentag komme wegen der Pandemie eine große soziale Bedeutung zu. „Es muss 2022 wieder etwas Positives angeboten werden, sonst wird die Gesellschaft zu stark in Mitleidenschaft gezogen“, sagt der Bürgermeister. „Unser Ziel ist es, dass der Hessentag in Haiger zur Herzensangelegenheit unserer Bürger wird.“