[ 11. Juni 2021 ]

Emotionales Saisonfinale mit dem Hessentagspaar

Lange Zeit sah es so aus, als würde das Hessentags-Paar dem Regionalligisten TSV Steinbach Haiger im letzten Saisonspiel gegen den FSV Frankfurt Glück bringen. Steinbach agierte überlegen, führte schnell verdient 2:0 und später sogar 3:0, doch dann mussten die über 600 Fans – darunter Lisa und Felix Hoffmann als Hessentags-Paar der Stadt – den bitteren 3:3-Ausgleichstreffer kurz vor Schluss hinnehmen. Ein unverdientes Remis der Frankfurter in einem sehr emotionalen Saisonfinale am Freitagabend, in dem der Kick bei herrlichem Sommerwetter beinahe in den Hintergrund geriet. 

Nicht weniger als 14 Spieler verabschiedete der Regionalligist – darunter verdiente und beliebte Akteure wie Sören Eismann (Torschütze beim DFB-Pokalspiel gegen Sandhausen) und Identifikationsfigur Sascha Marquet, der nach sechs Jahren am „Haarwasen“ und zwei Hessenpokal-Titeln in seine Heimat Köln zurückkehrt.

Am Samstag stand fest, dass der Stürmer als erster Steinbacher die Torjägerkanone der Regionalliga gewinnen konnte, denn er steigerte sein Konto im Saisonfinale gegen den FSV_Frankfurt durch zwei Treffer auf 26. „Sascha hat 181 Spiele gemacht und 55 Tore erzielt“, lobte TSV-Vorstandssprecher und Sponsor Roland Kring den verdienten Stürmer, der nach 67 Minuten gehen durfte und einen Sonderapplaus erhielt.

Bei der Verabschiedung der zahlreichen Akteure wurde Roland Kring vom Hessentags-Paar unterstützt, das im Namen der Stadt kleine Erinnerungsgeschenke an die Spieler übergab. Vom Verein erhielten die Kicker große Erinnerungsfotos.

In der Halbzeitpause zeigten sich Felix und Lisa Hoffmann schlagfertig und eloquent. Im Interview mit TSV-Geschäftsführer Arne Wohlfahrt berichtete die waschechte Steinbacherin Lisa, dass sie eine Fußballvergangenheit im TSV hat („aber nur bei den Bambinis, gemeinsam mit meinem Bruder“), während Felix (ebenfalls ehemals Kicker des SSV „Alemannia“ Sechshelden) dem Publikum verriet, dass die Idee zur Bewerbung als Hessentags-Paar von ihm gekommen sei. Zunächst gebe es noch nicht viele Termine als Repräsentanten, doch nach den Sommerferien rechne man mit weiteren Einsätzen. „Und in genau einem Jahr geht es dann richtig zur Sache. Wir freuen uns sehr auf das Fest“, blickte Lisa Hoffmann nach vorne. Beide hoffen, dass dann ohne Corona-Tests ausgelassen gefeiert werden kann.

Genau in einem Jahr geht es richtig zur Sache

Bei einem seiner ersten offiziellen Termine hinterließ das Paar einen sehr sympathischen Eindruck, vertrat die Stadt hervorragend und musste gleichzeitig feststellen, dass bei Großveranstaltungen trotz aller Planungen nicht alles immer glatt läuft: Während der Interviews wären die beiden beinahe von der Sprinkler-Anlage nassgespritzt worden, mit der in der Halbzeit der „Haarwasen“ gewässert wird. Glücklicherweise bemerkte das Paar die „Gefahr“ rechtzeitig und brachte sich und die nagelneuen Kostüme in Sicherheit. Im VIP-Raum des Stadions fachsimpelten die beiden mit den Fans und mussten manche Frage zum Thema Hessentag beantworten. Dabei ging es natürlich auch um die aktuelle Frage des Abends, warum der TSV einen sicher geglaubten Sieg in letzter Sekunde noch aus der Hand geben konnte.

Dabei hatte alles so gut begonnen. Sascha Marquet traf zweimal (7. und 10.) zum beruhigenden 2:0, der FSV war schwach, leistete sich jede Menge Fehler im Spielaufbau. Es entwickelte sich ein Sommerkick, der erst in der 42. Minute wieder unterbrochen wurde. Philipp Hanke hatte den Ball scharf in die Mitte gebracht, aber Serhat Ilhan verpasste knapp. Somit blieb es beim verdienten 2:0-Pausenstand.

Effektiver FSV schafft den Ausgleich in letzter Sekunde

Auch nach dem Seitenwechsel war der TSV Steinbach Haiger die aktivere und gefährlichere Mannschaft. Zuerst wurde ein Schuss von Philipp Hanke jedoch gerade noch zur Ecke abgefälscht (51). Anschließend strich ein Kopfball von Maurice Buckesfeld knapp am Tor vorbei (59.). Dann vergab Serhat Ilhan die 100-Prozentige zum 3:0 (62.). Eine Viertelstunde vor Schluss machte es Budimbu jedoch besser und verwertete eine Vorlage von Dino Bisanovic zum dritten TSV-Treffer. Auf der Gegenseite tauchte allerdings umgehend Arif Güclü vor Tim Paterok auf und schob zum 3:1 ein. Auch eine Dreifach-Großchance von Arnold Budimbu, Manuel Hoffmann brachte die endgültige Entscheidung nicht. Nach elf Großchancen, die zu drei Toren führten, gaben die Hausherren in der Schlussphase den Heimerfolg noch aus der Hand. Der FSV Frankfurt zeigte sich effektiv und traf doppelt durch den eingewechselten Jake Hirst (86. & 90.). Am Ende spiegelte die Partie eine Mammutsaison wieder, die der TSV auf dem fünften Tabellenplatz beendete.

Bei Freibier, das ein TSV-Sponsor spendiert hatte, wurde es doch noch ein versöhnlicher letzter Abend im Biergarten hinter der Haupttribüne.