[ 20. Juni 2021 ]

Jesus nachfolgen heißt losl(i)eben

250 Menschen haben am Sonntagnachmittag einen großen ökumenischen Stadiongottesdienst am Haigerer „Haarwasen“ gefeiert. „Jesus nachfolgen bedeutet losl(i)eben“, erinnerte Pastor Matthias Ackermann von der evangelisch Freikirchlichen Gemeinde aus der Schillerstraße an das Thema des Gottesdienstes, den der Verein „Aufbruch Hessentag“ organisiert hatte. Die Predigt kam von Geistlichen der katholischen und evangelischen Kirche sowie mehrerer Freikirchen über ein Video zu den Gottesdienst-Besuchern und mehreren hundert weiteren Beobachtern, die sich über Computer zugeschaltet hatten.

Moderatorin Rebecca Neuburger-Hees (FeG Rodenbach) hatte bereits in ihrer Begrüßung die Motivation von „Aufbruch Hessentag“ deutlich gemacht. Hintergrund der Arbeit sei ein Jesus-Gebet aus Johannes 17 (Vers 21): „Sie alle sollen eins sein, genauso wie Du Vater mit mir eins bist. Dann wird die Welt glauben, dass Du mich gesandt hast.“ Dem Verein „Aufbruch Hessentag“, dem evangelische und katholische Kirchen sowie Freikirchen angehören, sei es wichtig, „Einheit zu suchen und Einheit zu stiften“. Das sei den Christen in der Vergangenheit nicht immer gut gelungen, aber bei allen Unterschieden gelte es zu bedenken, „dass wir alle an den gleichen dreieinigen Gott glauben“. Der Hessentag solle zwar kein „Kirchentag“ werden, aber er solle „auch ein Fest zur Ehre Gottes werden“. Der Gottesdienst stehe unter dem Motto „Vielfalt in Einheit“.

Das Hessentagspaar Felix und Lisa Hoffmann zeigte sich im Interview mit Rebecca Neuburger-Hees erfreut, zum Gottesdienst eingeladen worden zu sein. „Wir freuen uns sehr, dabei sein zu dürfen, es ist uns eine Ehre“, sagte Lisa Hoffmann. Ihr Mann Felix erklärte, man hoffe sehr darauf, „dass wir es in einem Jahr so richtig krachen lassen können“. Der Gottesdienst am „Haarwasen“ sei für ihn „eine kleine Rückkehr zur Normalität“. Bürgermeister Mario Schramm grüßte wie viele weitere Haigerer per Videobotschaft und erinnerte daran, „dass heute in einem Jahr die Helferfeier zum Abschluss des Hessentages stattfinden wird“.

Die Predigt kam in Form einer Videobotschaft, die Michael Wieczorek und Maria Becker (katholische Kirche), Tanja Konter (evangelische Kirche) und Matthias Ackermann (für die Freikirchen) in einem jeweils „fremden“ Gotteshaus aufgezeichnet hatten. Auch so sollte die einheit der Christen symbolisiert werden. Jesu Gebot „Liebet einander!“ sei alles andere als ein Kinderspiel, meinte Michael Wieczorek und rief die Christen dazu auf, „sich gemeinsam auf den weg zum Hessentag zu machen“. „Unser Glauben wird in unterschiedlichen Traditionen gelebt, wir sollten die Andersartigkeit respektieren, denn sie macht uns reich“, sagte Maria Becker.

„Lieben heißt, um den anderen kämpfen“, machte Tanja Konter, Pfarrerin aus Langenaubach, deutlich. Der Mensche müsse und könne nicht perfekt sein – es gehe darum, „in Beziehung zu Gott zu bleiben und seine Liebe weiterzugeben“. Matthias Ackermann (EfG Schillerstraße) erinnerte daran, dass die Liebe untereinander das Erkennungszeichen der Christen sein solle. „Gerade heute ist es Zeit, die Liebe Gottes weiterzugeben – an einsame, verzweifelt und besorgte Menschen in unserer Stadt“.

In den Fürbitten gingen Mihael Böckner (ev. Pfarrer Allendorf), Manuel Fleßenkämper (FeG Rodenbach) und Anke Nöh (kath. Kirche) speziell auf den Hessentag ein und beteten konkret für die Organisatoren aus dem Haigerer Rathaus und den städtischen Abteilungen sowie die vielen ehrenamtlichen Helfer. Sie beteten auch um „Versöhnung und Einheit“ und baten Gott: „Mach uns eins!“

Für Musik sorgten der durch weitere Bläser aus der Region verstärkte CVJM-Posaunenchor aus Langenaubach (Leitung Helmut Bachmann) sowie die Worshipband „Atara“. Zahlreiche Helfer sorgten für das Gelingen des Gottesdienstes, der natürlich unter Corona-Sicherheitsbedingungen stattfand.