[ 27. Oktober 2021 ]

Aus Lappland in die Hessentags-Stadt

VON LEA SIEBELIST

Wenn es nach den Hessentagspaaren geht, die sich jetzt in Haiger zu ihrer Jahreshauptversammlung trafen, könnte der Hessentag morgen losgehen. Das wurde bei dem Treffen deutlich – die einstigen Vertreter der Hessentagsstädte haben mächtig Lust auf das große Hessenfest und waren neugierig auf das, was Haiger geplant hat. Neben den Regularien des Vereins nutzten sie natürlich die Gelegenheit, sich die Gastgeberstadt des 60. Landesfestes (10. – 19. Juni 2022) näher anzusehen und ihre „Kollegen“ Lisa und Felix – das Haigerer Hessentagspaar – kennenzulernen. Das schöne Zusammentreffen musste selbstverständlich fotografisch festgehalten, und auch im Gästebuch des Hessentages verewigten sich die Paare auf einer Doppelseite. Fazit des Tages: „Was ist ein Hessentag ohne ein Hessentagspaar? Wie Weihnachten ohne Baum! Ohne das eine geht das andere nicht“, schmunzelte Bürgermeister Mario Schramm.

„Der Verein der Hessentagspaare fördert eine langjährige Tradition des Hessentages und führt die Hessentagspaare als Repräsentanten des großen Landesfestes zusammen – in Freundschaft und Heimatverbundenheit“, so beschreibt sich der Verein unter Vorsitz von Erhard Blatt auf seiner Webseite www.hessentagspaare.de. Diese Werte wurden auch bei dem Treffen in der Hessentagsstadt Haiger gelebt. Die Paare in ihren traditionellen Trachten freuten sich sichtlich über das Wiedersehen – durch ihre Vereinsmitgliedschaften wurden aus Bekanntschaften Freundschaften.

So sorgte die Geschichte von Anja und Jörg Hassenpflug aus der Hessentagsstadt Homberg (Hessentag 2008) für großes Staunen: Sie wohnen zwar jetzt in Lappland (Schweden), reisten jedoch rund 2500 Kilometer bis nach Haiger, um an der Jahreshauptversammlung teilzunehmen. Auch die Hessentagsdamen Nina Becker aus Wetzlar (Hessentag 2012) sowie Claudia Riefenstahl aus Herborn (Hessentag 1986) waren vor Ort.

Stadtrundgänge schenken Einblicke in die Planungen des Hessentages und die Historie der Stadt

Nach einem Empfang führten der Hessentagsbeauftragte Oliver Thielmann, Andreas Rompf und Lea Siebelist vom städtischen Hessentagsteam die Gäste durch die Kernstadt und stellten ihnen die Hessentagsflächen sowie historische Ecken vor. Dabei wurde auf Wunsch von zwei jungen Passanten noch ein kurzer Zwischenstopp für ein gemeinsames Gruppenfoto eingelegt. Besonders wichtig war den Paaren die Verortung des Weindorfes, eine altbekannte Liebe des Vereins. Nicht ohne Grund haben sie einen Wein der Hessentagspaare ins Leben gerufen, bedruckt mit einem Foto der Gruppe.

Nach rund zwei Stunden kehrten die Paare voller Eindrücke wieder ins Rathaus zurück mit dem Wissen, dass das Stadtzentrum vom 10. bis zum 19. Juni kaum wiederzuerkennen sein wird. „Haiger wird ein kleiner, feiner Hessentag. Ich freu mich drauf“, resümierte Thomas Laubert aus Hofgeismar (Hessentag 1978) nach dem informativen Rundgang.

Generationenübergreifende Freude am Hessentag

Der Vereinsvorsitzende Erhard Blatt freute sich, dass man sich nach zwei Jahren nun auf den Hessentag in Haiger freuen könne und hob die Bedeutung des Hessentages für die Paare hervor: „Alle, die es bisher gemacht haben, sind danach nicht nur Hessentagsfreunde, sondern richtig süchtig danach.“ Selbstverständlich ist der Verein nicht nur zu seinem traditionellen Herbsttreffen, sondern auch während der zehn Tage im kommenden Juni immer vor Ort live dabei.

Die Haigerer Hessentagsdame Lisa war beeindruckt von dem Engagement: „Cool fand ich, als ich das Hessentagspaar von 1978 kennengelernt habe und mir bewusst wurde, wie lange diese Tradition schon besteht.“ In 1978 waren die Hessentagspaare noch Jugendliche, sodass Thomas und Doris aus Hofgeismar im Teenageralter das große Hessentagsfest repräsentierten – seitdem sind die beiden mit Begeisterung dabei und dem hessischen Landesfest voller Engagement treu geblieben.